1990 bis 1992

1990: Aufgrund einiger Gigs in Essen, Berlin und vor allem in der Hamburger Fabrik – wo ca. 2500 Leute anschliessend die gesamte Barnerstrasse zu einem Volksfest machten, bis die, aus Bauabsperrungen enzündeten Feuer den Asphalt schmelzen ließen und ein Riesen-Bullenaufgebot die Party gewaltsam beendete, begann die Band über eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit nachzudenken.

1991: Veröffentlichung der LP “Die Letzten”, mit z.T. älteren Liveaufnahmen und Coverversionen.

Ebenfalls 1991: Der “Viva St.Pauli” Gig im Hamburger St.Pauli Stadion vor 10.000 Zuschauern. Vielleicht entscheidester Moment für den Entschluß der Reunion. Stephan: “Wir haben gemerkt, daß in keiner anderen Konstellation von Bands, die wir zwischenzeitlich machten, so viel Power und Dynamik – musikalisch wie persönlich – zustande kam wie bei Slime. Das paßte einfach optimal zusammen. Außerdem dachten wir: Es gibt politisch keinen besseren Zeitpunkt als jetzt – nach dem Anschluß der DDR, und den damit verbundenen Aufflammen der ganzen schwehlenden Nazi-Scheiße – wieder zusammenzuspielen. Bands wie Slime sind wichtig um den allgemeinen Faschotendenzen (auch im Punk) klare Zeichen entgegenzusetzen. Hoyerswerda, Rostock, Solingen usw. waren schon konkrete Anläße. Es reicht einfach nicht, “Nazis raus!” zu brüllen und das war es dann. Zumal wir auch eine dermaßene Wut hatten und uns nicht mit unseren Ohnmachtsgefühlen abfinden wollten.”

1992 erscheint “Viva la Muerte”, ein Album, welches der Band mittlerweile zu gemäßigt ist. “Wir hatten Startschwierigkeiten. Viva la Muerte war Einstieg nach der Pause, gerade soundmäßig und vom Ausdruck her wußten wir noch nicht genau was wir wollten. Das änderte sich aber grundsätzlich nach der darauffolgenden Tour, die die Band wieder zusammenschweißte, und das hört und spürt man ja auch auf der darauffolgenden Single “Der Tod ist ein Meister aus Deutschland”.